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November

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Guter Aufgalopp der VfLer in die Crosslaufsaison

Erfolgreich starteten die Läufer des VfL in die diesjährige Crosslaufsaison. Lange konnte Bonnie Andres beim Lauf über 3200 m der späteren Siegerin Lea Brandewie (14:17) vom BV Garrel folgen bevor sie abreißen lassen musste und auf einem guten zweiten Platz über die Ziellinie lief. Bei der Siegerehrung gefragt, ob sie mit ihrer Zeit von 14:40, die zum Sieg in der wSchA reichte, zufrieden sei antwortete sie mit einem klaren nein. Eigentlich sollte Fynn-Luca Wolf beim 1600 m langen Schülerlauf an den Start gehen, entschied sich dann aber kurzfristig für die doppelt solange Mittelstrecke. Dass diese Entscheidung richtig war zeigte sich bereits nach der ersten von zwei Runden. Bei 1600 m ging er mit einer Zwischenzeit durch die fast eine Minute schneller war als die des Siegers im Schülerlauf. Am Ende kam er in 14:05 als Gesamtsiebter und Sieger der mSchB ins Ziel. Bernd Teuber, der vom Nachtdienst kam, nutzte den Lauf als Tempodauerlauf und lief als Gesamtzehnter in 16:06 auf Platz zwei in der M45. Einziger VfLer auf der Langstrecke war Jürgen Jeske der 42:57 für die 9000 m benötigte. Zuvor waren schon Detmar Damke und Klaus Springer beim Jedermannlauf ohne Zeitnahme an den Start gegangen. Für die Springer war es die letzte Disziplin fürs diesjährige Sportabzeichen. Er erledigte seine Aufgabe mit Bravour.

Michelle Kipp ist in der niedersächsischen Spitze angekommen

Gerade mal zwei Jahre ist es her, dass Michelle Kipp wie aus dem Nichts in der Oldenburger Laufszene auftauchte und von Anfang an vorne mitmischte bei den Frauen. Mittlerweile fragt in Oldenburg niemand mehr: „Wer ist das denn?“ sondern es heißt bewundernd „Ist das nicht das Mädel, das den ganzen Männern davonläuft?“. Man kennt sie in der Oldenburger Laufszene.

War sie es aus dem Vorjahr gewöhnt, dass es immer aufwärts geht, musste sie Anfang des Jahres erste Rückschläge hinnehmen. Zwar konnte sie sich bei den Landesmeisterschaften im Cross und über 10 km jeweils über die Vizemeisterschaft mit der Mannschaft freuen, hinzu kam ein zweiter Platz bei den Bezirkscrossmeisterschaften, aber mit ihren Zeiten stagnierte sie. Aber die Mathematikstudentin bewies Charakter und ließ sich nicht beirren. Gleich bei der ersten Bahnmeisterschaft, der 3x 800 m Staffel in Osnabrück, machte sie dort weiter wo sie beim Oldenburger Silvesterlauf aufgehört hatte, dem aufstellen neuer Bestzeiten. Gleich um zwei Sekunden war sie schneller als im Vorjahr. Bei den Bezirksmeisterschaften in Wilhelmshaven lief sie in neuer persönlicher Bestzeit zu ihrem ersten Meistertitel des Jahres. Mit einem taktisch guten Rennen holte sie sich bei den Landesmeisterschaften in Bremen über 5000 m ihre fünfte Vizemeisterschaft des Jahres. Nur eine Woche später wurde sie vierte bei den Norddeutschen Meisterschaften in Hamburg über dieselbe Distanz.

Dass sie aber nicht nur eine gute Läuferin ist, bewies sie im Juli bei den Landesmeisterschaften im Fünfkampf in Meppen. Mit fünf persönlichen Bestleistungen wurde sie hier sechste und konnte gemeinsam mit Kira Harms und Mona Rieber den Mannschaftstitel aus dem Vorjahr erfolgreich verteidigen. Herausragend war hier ihre 800 m Zeit von 2:21,81, womit sie innerhalb dieses Jahres ihre Bestzeit gleich um sieben Sekunden verbessern konnte, und die 1,47 m im Hochsprung. Am Ende fehlte ihr gerade einmal ein Zentimeter um sich auch in dieser Disziplin in der Niedersächsischen Bestenliste wiederzufinden. Nachdem in der ersten Saisonhälfte der Focus eher auf den Mittelstrecken gelegen hatte, fing nun die Vorbereitung auf das letzte Meisterschaftsrennen der Saison an. Den Niedersächsischen Meisterschaften über die Halbmarathondistanz. Die Tempohärte die sie sich durch die vielen Mittelstreckenrennen erworben hatte zahlte sich in dieser Phase aus. Innerhalb einer Woche konnte sie ihre Bestzeiten über 10.000 m auf der Bahn und der Straße verbessern. Beim Feriensportfest in Delmenhorst lief sie die 10.000 m in 37:49 so schnell wie keine andere Niedersächsin in diesem Jahr und ist neben ihrer Vereinskollegin Ruth Spelmeyer die einzige Oldenburger Leichtathletin die bei den Männern und Frauen die Jahresbestenliste anführt. Eine Woche später lief sie beim Jever Fun Run noch einmal fünf Sekunden schneller. Beim letzten Bahnwettkampf in diesem Jahr in Papenburg lief sie in 17:47 auf den zweiten Platz der Bestenliste. Dies ist über eine Minute schneller als im Vorjahr und weckt Hoffnung auf ein ganz großes Saisonhighlight im nächsten Jahr. „Es wäre schon schön wenn ich im nächsten Jahr die Qualifikation für die Deutschen Meisterschaften laufen könnte“, äußert sich die sympathische Sportlerin vorsichtig. Diese liegt bei 17:20 und ist der ehrgeizigen VfLerin durchaus zuzutrauen.

Mit den Halbmarathonlandesmeisterschaften in Neuenkirchen beendete sie ihre überaus erfolgreiche zweite Saison als Läuferin. In 1:23:17 pulverisierte sie nicht nur ihre eigene Bestzeit sondern verpasste ihren ersten Einzellandesmeistertitel nur um gerade mal 21 Sekunden. Mit dem Ende dieses Jahres endet auch ihre Karriere als Fußballspielerin. „Das Laufen macht mir mittlerweile so viel Spaß, dass ich mich ganz darauf konzentrieren will“. Ganze vierzehn Mal ist ihr Name in der Bestenliste zu finden. Darunter zweimal an Position eins, viermal unter den ersten Drei und fünfmal in den Top Ten. Sechzehn persönliche Bestleistungen erzielte sie 2014.

Neuer Landesrekord für Manfred Ostendorf

Ein Jahr ist es her, dass Manfred Ostendorf vom VfL Oldenburg beim Stundenlauf in Emden in der Zeit von 40:31 einen neuen Landesrekord über 10.000 m in der AK M70 aufstellte. Am vergangenen Sonntag (2.11.14) stand er erneut am Start auf dem Johannes–Althusius–Sportplatz am Neuen Theater in Emden. Sein Ziel war es seinen eigenen Rekord anzugreifen. In 40:11 gelang ihm das mehr als deutlich. Den Rekord im Stundenlauf verpasste er mit 14.306 gelaufenen Metern um knapp 200 m.

Auch die folgenden drei Plätze in der M70 gingen an den VfL. Hermann Karl Harms (53:33 / 11.210) lief auf den zweiten Platz vor Jost Schütte (9.427 m) und Bernhard Sager (8430 m).

Schnellster VfLer war in 38:45 (15.620 m) Jens Willers als Gesamtdritter. Platz zwei in der AK M50 erlief sich Jürgen Jeske in 46:20 (12.905).

Einen Doppelsieg gab es bei den Frauen durch Paula Böttcher (41:44 / 14.305 m) und Sabrina Schütte (42:58 / 13.842 m).

„Allrounderin“ Kathrin Scholl nach dem Ende ihrer Handballkarriere weiterhin erfolgreich in Deutschlands Sportarenen unterwegs

 

Fünf Jahre ist es nun her, dass Kathrin Scholl ihre überaus erfolgreiche Handballkarriere beendete. Mit dem Gewinn von Deutscher Meisterschaft (2003), DHB-Pokal (2009) und Challenge Cup (2008) gehört die langjährige Mannschaftsführerin der Bundesligahandballerinnen des VfL Oldenburg zu den erfolgreichsten Sportlern Oldenburgs. Hinzu kommen einige Einsätze in der Nationalmannschaft. Befragt man Wegbegleiter der ehemaligen Kreisläuferin mit der Trikotnummer 23 hört man häufig Attribute wie „eine begnadete Kämpferin vor dem Herrn“, „sehr ehrgeizig“ und „eine absolute Teamplayerin“. Aussagen die auch treffend die Leichtathletin Kathrin Scholl beschreiben. Während viele ihrer ehemaligen Mit- und Gegenspielerinnen sich mit dem Ende ihrer Handballkarriere vom Wettkampfsport verabschiedet haben, nimmt „Kaddy“ weiterhin regelmäßig an Meisterschaften teil. Und das durchaus mit Erfolg. Auch wenn sie im Vergleich zu ihrer Zeit als Handballerin ihr Trainingspensum deutlich reduziert hat konnte sie auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Medaillen bei Bezirks-, Landes-, Norddeutschen und Deutschen Meisterschaften sammeln. Bestenlisten Platzierungen auf nahezu allen Laufstrecken zwischen 100 bis 5000 m, im Fünfkampf und in diversen technischen Disziplinen zeugen vom Talent und der Vielseitigkeit der sympathischen 35jährigen Powerfrau. „Was würde sie erst für Leistungen erbringen wenn sie mal anfängt richtig zu trainieren“, bemerkt ihr Trainer Jürgen Wegner mit einem Augenzwinckern. Ihre neunzehn Bestenlisten Platzierungen zeigen deutlich, dass sie noch immer eine absolute Teamplayerin ist. Um Punkte für ihren Verein zu sammeln ist sie auch in diesem Jahr wieder in Disziplinen an den Start gegangen die sie eigentlich nicht so sehr mag. Gleich zum Beginn der Saison machte sie zudem ihrem Ruf als Kämpferin alle Ehre. Nachdem Paula Böttcher verletzungsbedingt für die Crosslandesmeisterschaften ausfiel erklärte sich die Mehrkämpferin spontan bereit als Ersatzläuferin mit an den Start zu gehen. Mit einer kämpferisch starken Leistung lief sie, in ihrem ersten Crosslauf überhaupt, die eigentlich läuferisch stärkere Anita Ehrhardt aus der Mannschaft und sicherte sich mit Michelle Kipp und Jaqueline Lomax die Vizemeisterschaft. Auch in ihrer Altersklasse kam sie auf den zweiten Platz. In derselben Besetzung liefen die VfL-Damen Anfang Mai, mit Startläuferin Kathrin Scholl, in der 3x 800m Staffel bei den Meisterschaften in Osnabrück auf den vierten Platz. Eine Woche später konnte sie sich bei den Seniorenbezirksmeisterschaften in Papenburg über ihre ersten beiden Titel des Jahres freuen. Trotz muskulärer Probleme siegte sie über 100 und 400 m. Begonnen hatte sie den Wettkampftag mit dem Vizemeistertitel im Kugelstoßen.

 

Bei den Norddeutschen Seniorenmeisterschaften in Celle, in deren Rahmen gleichzeitig die Landesmeisterschaften veranstaltet wurden, errang sie in beiden Wertungen die Titel über 200 und 400 m. Ebenso den Vizemeistertitel über 100m. Im Kugelstoßen wurde sie auf Landesebene ebenfalls Zweite und bei den Norddeutschen Meisterschaften Dritte.

 

Bei ihren ersten Deutschen Meisterschaften, eine Woche später in Bad Oeynhausen, startete sie gleich in der ersten Disziplin des Fünfkampfs, dem 100 m-Lauf, mit einer persönlichen Bestzeit. Am Ende konnte sie sich über die Vizemeisterschaft freuen. Nur drei Wochen später stand sie in Erfurt erneut bei einer Deutschen Meisterschaft an der Startlinie. Und wieder gab es allen Grund zur Freude. Neben persönlichen Bestzeiten über 200 und 400 m hatte sie die Bronzemedaille für ihren dritten Platz über 400 m im Gepäck als sie Sonntags Abend nach Oldenburg zurückkehrte. In Oldenburg machte sie die Nacht zum Tage und feierte mit tausenden von Oldenburgern.

 

Kleine Randnotiz: Deutschlands Fußballer waren am selben Tag Weltmeister geworden.

 

Neben ihren sechs Titeln, sieben Vizemeistertiteln sowie zwei dritten Plätzen bei Meisterschaften konnte sie sich in dieser Saison über mehrere persönliche Bestleistungen freuen. Neunzehn Mal konnte sie sich in der Bestenliste platzieren. Fünfmal bei den Frauen und vierzehn Mal in ihrer Altersklasse. Davon siebenmal als Jahresbeste in Niedersachsen. Hätte nicht eine Krankheit einen Start bei den Bezirksmeisterschaften im Siebenkampf in Schortens Anfang Oktober verhindert, sähe ihre eh schon imposante Saisonbilanz noch ein wenig besser aus.

 

 

 

Bernd Teuber